Im Bombenhagel des Januars 1945 zerstört

Historisches Festungswerk diente als FundamentRastatt(rw).
Im Bombenhagel des 8./9. Ja-nuar vor 75 Jahren wurde auch Rastatts ganzer Stolz, die Carl-Franz-Festhalle neben dem Karlsruher Tor, zusammen mit der Gastwirtschaft „Zum Türkenlouis“ zerstört. Neben den Versammlungsstätten der Gasthäuser von „Zur Krone“ und „Zum Löwen“ hatten in der Carl-Franz-Halle zirka400 der damals 14 000 Einwohner Rastatts Platz.
In schwierigen politischen und wirtschaftlichen Zeiten der Weimarer Republikwurde das aufwändige Projekt neben dem Hilberthof realisiert. Die offizielle Einweihung war am 29. Oktober 1927, wobeidas Architekturbüro Kölmel-Wolf (Karlsru-he/Rastatt) auch zahlreiche lokale Firmenberücksichtigte. So die Bauunternehmung Degler, die Blechnerei Schmalholz, den Malereibetrieb Neininger, Baustoffe von August Heuser und andere.Man konnte auf ein festes Fundament bauen(wie nach 1950 das große Mehrfamilien-haus). Große Teile der Flanke VII. der Bundesfestung, deren Teil die heute zu besichtigende Bastion 27 ist, waren die feste Basis. Zu einem Meisterwerk wurde das freitragende Zollinger Lamellendach und dazu die Bühne mit 110m². Großer Wertwurde auch auf die umfassende Beleuchtunggelegt. Über 160 kleine Scheinwerfer wurden damals schon in die Decke eingebaut.Ein großzügiges Bühnenhaus an der Bismarckstraße machte auch größere Theateraufführungen möglich.
So etablierte sich nach 1927 ein Wandertheater, die „Südwestdeutsche Bühne“, die Kultur nach Rastatt brachte. Gespielt wurden in der An-fangszeit „Der Hochstabler“ von Goldoni, „Der Kreidekreis von Klabund“ und „der Widerspenstigen Zähmung“ von Shakespeare.Auch Symphoniekonzerte und Kinovorführungen gab es neben den Badischen Jugendmeister-schaften im Boxen in der Festhalle.
In den zwölf Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft diente die Carl-Franz-Halle für Aufmärsche und Präsentationen, wie die Kolonialausstellung. Noch an Weihnachten 1944 wurde in der Halle ge-feiert, bis anfangs 1945 mit mehreren Treffern das Ende kam. Nach dem Bau des Mehrfamilienhauses sind von der Carl-Franz-Halle sind nur noch Teile der Zugangstreppe im ehemaligen Biergarten des „Türkenlouis“ bzw. „Zum Markgraf“ vorhanden.

Rainer Wollenschneider

Außerdem ist eine seltene Aufnahme des Fotografen Siedlecki aufgetaucht, die dieganze Pracht des Ensembles mit schmucker Halle vor der Zerstörung belegen kann.

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