Mit einem klaren Bekenntnis gegen Kriege startete der Historische Verein am Sonntag, dem 13.März in die neue „Bunkersaison“. Ausgerechnet – wird mancher denken, die befassen sich ja doch nur mit Festungen und Militäranlagen! Genau darum geht es: „Weil unsere Geschichte von Kriegen geprägt war, kümmern wir uns um die Hinterlassenschaften und zeigen das Grausame hinter den Dingen,“ erklärt ein Mitglied. Und dass der Krieg der Vergangenheit angehören sollte, hat man bis zum schmutzigen „Schmutzigen Donnerstag“ (24.Februar) auch gedacht. Stattdessen wütet vor unserer Haustür im Osten der russische Zerstörungskrieg in der Ukraine. Das läßt auch hier, im Westen Deutschlands, niemand gleichgültig. Hilflos, aber nicht teilnahmslos sind die sonst rührigen Hobbyhistoriker. So erinnerte man bei der letzten Vorstandssitzung an den badischen Freiheitskampf im Sommer 1849. „Brüder, schießt nicht auf Brüder!“ hatte der Kanonier Heilig gerufen und sich geweigert, auf Kameraden und Menschen zu schießen, die ihre Freiheit forderten. Das war ein Appell an das Gewissen der Soldaten, der Anstoß zur Meuterei gegen die Schießbefehle der Vorgesetzten. Trotz alledem folgten weitere Kriege, zuletzt der 2. Weltkrieg. Aus der „Erbfeindschaft“ gegen Frankreich stammt der Westwallbunker; hier hat der Historische Verein eindrucksvoll Zerstörungsabsicht und Schutz vor Zerstörung dokumentiert. Kampfraum, Mannschaftsraum, Schießscharten – und auch ein Soldatengrab mit Stahlhelm auf dem Holzkreuz, das die Besucher nachdenklich betrachten. Aktuell wirken auch die Fotografien von zerstörten Straßenzügen aus dem Frühjahr 1945.
„Der Krieg gehört ins Museum“, steht in gelber Schrift auf blauem Tuch (Farben der Ukraine).
Man könnte auch schreiben: „Das Einzige, was man aus der Geschichte lernt, ist, dass man nichts aus ihr lernt.“

Wer den Westwallbunker besichtigen möchte, kann sich auf der homepage des Historischen Vereins www. Hist-ver-rastatt.de über die Öffnungszeiten informieren.
Rastatt, 13.3.2022
Dr.Irmgard Stamm





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