Es war ein heißer Tag, der 25. Juni, aber wer mit dem Historischen Verein unterwegs war, hatte es ganz gut getroffen. Zum Jahresausflug fanden sich etwa 20 Interessierte ein und sammelten sich zunächst an der schattigen Stadtmauer von Steinbach. Das idyllische Städtchen, das 1972 seine Selbständigkeit verlor und nach Baden-Baden eingemeindet wurde, bietet manchen Blick auf alte Gehöfte und Fachwerkhäuser, die größtenteils nach der Zerstörung 1689 im pfälzischen Erbfolgekrieg entstanden sind. Durch lauschige Winkel und Gassen ging es hinauf zum Friedhof, wo das Denkmal für Meister Erwin von Steinbach steht, der den Blick in Richtung Straßburg richtet. Herr Keller vom Yburg-Verein gab fach- und sachkundige Erklärungen und hätte gerne auch noch das Heimatmuseum gezeigt, doch der Historische Verein hatte weitere Ziele. Durch die Reben und den Weinort Neuweier führte der Weg zu einer unscheinbaren Metalltür, vor der uns Herr Velten erwartete.










Inzwischen brannte die Sonne, doch die Gruppe betrat den kühlen Stollen, in den in den Jahren 1937-1939 eine Bunkeranlage des Westwalls eingebaut wurde. Den Bewohnern erzählte man damals, dort entstünde eine Nudelfabrik. Aus ´zig Räumen, teils mit Stockbetten ausgestattet, Sanitäranlagen, Belüftung, Nachrichtenschaltzentrale, Heizung etc. und aller erforderlichen Versorgungstechnik besteht diese weitläufige militärische Anlage, die nach 1945 von der französischen Armee weitergenutzt wurde. Herr Velten selbst hat als Kind während der Bombardierung im April 1945 Nächte in diesem Luftschutzbunker verbracht.











Beeindruckt und gut gekühlt begab sich die Gruppe zum Mittagessen nach Eisental. Anschließend wurde das letzte Ziel angesteuert: das Museum der kanadischen Streitkräfte auf dem Viktoria-Boulevard am Baden-Airport. Auch diese „fremden Truppen in Baden“, die 1952-1992 die Air-Base betrieben, haben -wie die Franzosen- das Leben in der Region geprägt, zahlreiche Beziehungen und Freundschaften sind nach der vierzigjährigen Präsenz geblieben. Und ein tolles Museum, das einige Idealisten ehrenamtlich aufgebaut haben und stolz präsentieren. In unzähligen Arbeitsstunden wurden rostige, unbrauchbare Flugzeuge – darunter ein „Silverstar“ restauriert und in einem Hangar (Shelter) ausgestellt, wo Besucher sogar selbst in einen Starfighter klettern können. Bei Kaffee und Kuchen, die einen Sonntag nun einmal abrunden, endete der Ausflug. Danke an das Team der BASE-Kaffeestube für den selbst gebackenen deutsch- kanadischen Kuchen und die Bewirtung und ein großes Lob an das Museums-Team!








Rastatt, 26.Juni 2023
Dr.Irmgard Stamm, Historischer Verein (Vorsitzende)





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