„Von Rastatter Revolutionären und Freigeistern“
mit Oliver Fieg und Philipp Erben am Sonntag, 3.März 2024.
„Literarisch-musikalische Matinée ´Für die Freiheit…´nannte sich die Veranstaltung im Kellertheater, bei der zwei Mitglieder des Historischen Vereins auftraten:
Oliver Fieg hatte Texte ausgesucht, die dem Publikum die Akteure der Freiheitsbewegung, die oft nur dem Namen nach bekannt sind, näherbringen sollten.

Eine Stimme verlieh ihnen Philipp Erben: wortgewaltig und „gut mit Hut“ gab der Schauspieler zunächst den „Hecker“, wobei er aus einer Biografie von Martin Walser vorlas. Dann folgte ein literarischer Gruß von Madame Amalie Struve an die Rastatter Bürger; darin bedankt sie sich für die Zeichen der Sympathie während ihres Aufenthaltes in der Stadt im Frühjahr 1849. Es folgten Auszüge aus dem Tagebuch von Mathilde Anneke; sie beobachtete das Gefecht am 29.Juni 1849 von den Festungswällen aus, hat dann zusammen mit ihrem Mann Fritz Anneke, der die Rastatter Festungsartillerie befehligen sollte, noch rechtzeitig vor der Belagerung den verlorenen Platz verlassen. Carl-Schurz, den längst nicht alle Schüler der gleichnamigen Schule in Rastatt kennen, beschreibt in seinen Erinnerung den Beobachtungsposten auf dem Rastatter Schloßturm und seine Träumereien von Betty, an die ihn eine allegorische Figur an der Decke des Ahnensaals erinnerte. Schließlich Otto von Corvin, der mit Galgenhumor die Gefangenschaft in den Kasematten der Festung Rastatt erlebt und literarisch festgehalten hat.
Bereichert wurden die spannenden und lebendig vorgetragenen Lesungen von zeitgenössischen Musikstücken, die Schüler der städtischen Musikschule zu Gehör brachten.
Schließlich sangen alle gemeinsam das bekannte Lied „Die Gedanken sind frei“. Leider gerät durch falsche Weitergabe der Text der ersten Strophe in Vergessenheit, in der es heißt: „Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen mit Pulver und Blei, die Gedanken sind frei.“
Dr.Irmgard Stamm, 04.03.2024





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