Da ein Besuch des nunmehr historischen Freibads von Rastatt aus dem Jahr 1938 nicht mehr möglich war, besuchten die Aktiven des Historischen Vereins ein anderes Ziel aus Rastatts Vergangenheit: die Rumpelburg. Unlängst war dieses Bauwerk aus den Kindheitserinnerungen mancher Bewohner im BT vom 13. und 20.September 2024 vorgestellt worden. Die Aktiven fanden sich am Fuß des kleinen Hügels zwischen Cavalier 1 und Kasematten ein und hörten, dass die „Rumpelburg“ einst vom Gemeinnützigen Verein nach der Entfestigung Rastatts 1898/99 gebaut wurde. Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Stadt nach Abtragung der Festungswälle zu verschönern und wurde deshalb „Verschönerungsverein“ genannt. Am Südring entstand nach Aufschüttung eines Hügels eine romantische Burgruine als Ausflugsziel. Kurt Pottiez zeigte alte Aufnahmen, Charly Fritz gab Erinnerungen zum Besten und jede(r) trug sein Wissen über diese einstige Attraktion bei.





Den befestigten, gewundenen Weg ging es hinauf auf die Plattform, die als Relikt geblieben ist. Der „Verschönerungsverein“ hatte sich 1922 nach mancherlei Maßnahmen (Löwenbrunnen am Karlsruher Tor, „Loreley“ am heutigen Oranger Platz u.a.) wieder aufgelöst, die Rumpelburg wurde in den 1960er Jahren wegen Vandalismus abgetragen und existiert vor allem im Gedächtnis ehemaliger Dörfler-Kinder. Auch ein Soldat an der Ostfront hat 1944 dem Wehmutsort ein Gedicht gewidmet (s.Anhang).

Nach so vielen Informationen war eine Stärkung nötig und die Aktiven machten noch einen Spaziergang über den Südring zum „Panorama“; wahrscheinlich wurde auch dieser Weg auf dem ehemaligen Glacis samt Baumpflanzung einst vom Gemeinnützigen Verein angelegt. Von der historischen Gartenwirtschaft am Panoramaweg ist außer dem Namen nichts mehr übrig, das moderne Lokal „bei Vassili“ bietet kretische Küche. Aber der Historische Verein ist auch europäisch aufgestellt; schließlich wurde Europa vom Stier nach Kreta getragen! Bei allerlei griechisch-kretischen Spezialitäten, Retzina und Ouzo klang der lehrreiche und gesellige Abend aus.
































„Jamas!“
Irmgard Stamm, 24.9.2024





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