Weihnachtsfeier mit Spende und literarischem Beitrag
Im Rahmen unserer diesjährigen Weihnachtszusammenkunft durften wir uns über eine großzügige Spende der Ginmanufaktur freuen. Die Unterstützung wurde von allen Anwesenden mit großer Dankbarkeit aufgenommen und unterstreicht die wertvolle Verbundenheit unserer Partner mit unserer Arbeit.
Für einen besonderen festlichen Akzent sorgte Hermann Blaschek: Im Nikolauskostüm trug er den eigens für diesen Anlass verfassten, humorvollen Text „Weihnachten unter Strom“ vor und brachte damit die Runde zum Schmunzeln. Trotz der stimmungsvollen Programmpunkte standen die Teilnehmenden vor einer organisatorischen Herausforderung. Obwohl im Vorfeld mehrfach auf die erwartete Gruppengröße hingewiesen und am Vortag 30 Personen angemeldet worden waren, wurde unsere Gruppe mit 29 Personen räumlich sehr beengt untergebracht, da zusätzlich eine weitere Gesellschaft in einen Nebenraum gesetzt wurde. Die Platzsituation war entsprechend eng, und der Geräuschpegel im Raum erschwerte die Durchführung des geplanten Programms.
So konnte neben dem Nikolausbeitrag nur noch ein weiterer Programmpunkt stattfinden: Dirk steuerte eine kurze Erzählung bei, bevor der offizielle Teil ausklang. Auch einige Worte zur Tradition des ersten Weihnachtsbaums fanden noch Platz. Die Anwesenden nahmen die Umstände mit Humor, bedauerten jedoch, dass die räumlichen Bedingungen den Austausch und das gemeinsame Erleben stark einschränkten. Das Servicepersonal war bemüht und traf keine Schuld an der Situation.
Trotz dieser Widrigkeiten überwog die Freude über das Zusammensein, die Spende und die festliche Atmosphäre. Wir danken allen Beteiligten für ihre Beiträge, ihre Geduld und das gemeinsame Tragen des Abends – und insbesondere der Ginmanufaktur für die wertvolle Unterstützung.
Weihnachten unter Strom
Sonntag, 1. Advent, 10.00 Uhr: Im Rastatter Dörfel überredet die Rentnerin Heiderose F. ihren Ehemann Karl-Josef dazu, 3 Elektrokerzen im Schaufenster seines Antiquitätenladens zu installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.
10 Uhr 14: Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Manfred M. die provokante Weihnachtsoffensive und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10- armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt das gesamte Dörfel im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.
19 Uhr 03: Im 25 km entfernten Rheinhafendampfkraftwerk registriert der wachhabende Ingenieur einen vermeintlichen Defekt der Strommeßgeräte für den Bereich Rastatt Süd, ist aber zunächst arglos. Das Pumpspeicherwerk in Forbach übernimmt die Spitzenlast und der Wasserspiegel in der Schwarzenbachtalsperre sinkt deutlich.
20 Uhr 17: Dem ehemaligen BASI-Mitarbeiter Karl S. gelingt der Anschluß einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten durch sämtliche Bäume seines Vorgartens in der Siedlung ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
20 Uhr 56: Der Student Philipp E. sieht sich seiner Tochter zuliebe genötigt, einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert vor den Erker seiner Mansardenwohnung das Laser-Ensemble „Metropolis“, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 20m -Fassade des gegenüberliegenden städtischen Heizwerks hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem häßlichen Geräusch zusammenbricht.
21 Uhr 30: Im Jubel einer Weihnachtsfeier im Rheinhafendampfkraftwerk Karlsruhe verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5, der Niedrigwasseralarm von der Schwarzenbachtalsperre wird gleichfalls ignoriert.
21 Uhr 50: Der Militariasammler Boris T. zaubert auf Wunsch seiner Herzensdame mit 190 Flakscheinwerfern des Typs „Varta Volkssturm“ den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke, die waren noch in seinem Restbestand. Im pfälzischen Herxheim fallen die Menschen vor dem himmlischen Zeichen auf die Knie.
22 Uhr 12: Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Münchfeld, nachdem zuvor eine Boeing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich auf der mit 3000 Neonröhren gepflasterten Zufahrt der AGIP-Tankstelle auf der B3 niedergegangen war.
22 Uhr 37: Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, die Experten sind ratlos.
22 Uhr 50: Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Rheinhafendampfkraftwerkes in Karlsruhe, der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze und das für die Spitzenlast zuständige Pumpspeicherwerk Forbach läßt die Schwarzenbachtalsperre leer laufen.
23 Uhr 06: Im taghell erleuchteten Dörfel erwacht Irmgard Stamm und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23 Uhr 12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
23 Uhr 12 und 14 Sekunden: In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Rastatt bricht die Explosion des Rheinhafendampfkraftwerk wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.
23:14 Vereinskamerad Klaus Sch. besorgt aus seiner Garage in Muggensturm einen Notstromgenerator und sorgt für angenehme Stimmung im spontanen vorweihnachtlichen Not-Weihnachtsmarkt, Menschen in Pyjamas, Hausschuhen, umgeschlagenen Pelzmänteln und Schlafmützen versammeln sich friedlich um seinen Unimog, wärmen sich am köstlichen Glühwein.
So hat die Sache doch noch eine gute Wendung bekommen.
Vorgetragen von Hermann Blaschek beim Adventumtrunk des Historischen Vereins am 29. November 2025 im viel zu vollgestopften Nebenraum des vollgestopften Restaurants Panorama bei Vassilis. Kein Blatt Papier paßte zwischen uns, nur Ouzo, ein starkes Organ und der ebenso starke Wille, den Abend zu einem gelungenen werden zu lassen.










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