Ein Blick in die „größte Festung des Reiches“

Am 26. September bot sich den Mitgliedern des Historischen Vereins am Mundolsheimer Fort ausgedehnte Gelegenheit zu einer Festungsführung. Auf Einladung des befreundeten Vereins „Fort IIIa Podbielski-Ducrot“ waren die Rastatter Fortifikationsenthusiasten in den Straßburger Festungsgürtel gekommen und fanden dort die stets willkommene Möglichkeit zum Studium oberirdisch sichtbarer Festungsteile.
Dank der gelungenen Führung und der über drei Stunden mitreißenden Vermittlung durch XXX konnten auch die in der heimatlichen Festung geltenden festungsbaulichen Prinzipien anschaulich am Originalobjekt nachvollzogen werden (Gedankt sei an dieser Stelle für die Engelsgeduld mit den „Ausreißern“). Neben dem historischen Kontext, Aspekten der Festungsgeschichte und dem Leben der Besatzung beeindruckte uns vor allem die Vielschichtigkeit des Forts, das im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neuen Herausforderungen und Nutzungen unterworfen und an diese angepasst wurde.
Kaum zu beziffern sind die Stunden liebevoller und anstrengender Arbeit, welche die elsässischen Kollegen in das Werk investiert haben. Besonders der Gang über die mit großer Mühe gepflegten Wälle mit ihren Untertreteräumen und Traversen war für uns Rastatter eine willkommene Gelegenheit, die eigenen, heute abgegangenen Festungsbauten vor dem geistigen Auge wieder aufleben zu lassen.
Angesichts der gegenüber Rastatt späteren Bauzeit bot sich im Fort Ducrot zugleich die Möglichkeit zu mancher „Was wäre, wenn?“-Überlegung: Wie hätte sich die Festung Rastatt entwickelt, wenn sie, wie ursprünglich vorgesehen, um 1870 modernisiert worden wäre?
Nach kurzen drei Stunden einer wahrlich vollumfänglichen Führung (lediglich die allen Rastattern vertraute Contrescarpengalerie blieb unbeleuchtet) machten sich nur noch die Hartgesottenen auf einen Rundgang durch die Festungsgräben, wo angeregte Diskussionen der eifrigen Rastatter Festungsingenieure über Sinn und Unsinn, Funktion und Umsetzung der beobachteten Festungsumbauten die Besichtigung abrundeten.
Mit unerwartetem Erstaunen, aber freundlich, wurden wir anschließend im „Alten Zoll“ in Reichstett (oder Vendenheim?) beziehungsweise im örtlichen Konsum-Wunderland aufgenommen und kamen schon nach kurzer Zeit in den Genuss hervorragender Flammkuchen. Bei angeregten Gesprächen passierte der Tag noch einmal Revue, während die tapferen Festungsforscher zunehmend die zurückgelegten Kilometer in den Beinen spürten.
Erst bei längst eingebrochener Dunkelheit erreichten wir wieder die nach diesem Ausflug plötzlich etwas kleiner erscheinende, für uns aber noch immer größte Festung: Rastatt.
Text: Maximilian Wawrzinek








































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